Gotti und Götti – wer ist das?

Die meisten Kinder sind stolz auf ihr Gotti und ihren Götti. Es sind wichtige Bezugspersonen ausserhalb des Elternhauses. Gotti und Götti begleiten das Patenkind von der Taufe oder Segnung bis zur Konfirmation. Sie bleiben sich darüber hinaus oft ein Leben lang verbunden und haben auch zu den Eltern ein Vertrauensverhältnis.

Das Wort «Pate» hat seinen Ursprung im lateinischen «patrinus», was so viel wie Mit-Vater oder Beistand bedeutet. Die Mundartbegriffe «Gotti» und «Götti» leiten sich von der Auffassung der alten Kirche ab, nach der die Paten geistliche Eltern sind, Mütter und Väter in Gott. Früher kam der Patin und dem Paten die Aufgabe zu, die Eltern bei der Erziehung zu beraten, eine Ausbildung mitzufinanzieren oder gar die Rolle eines Elternteils zu übernehmen, wenn den Eltern etwas zustiess. Solch hohe Erwartungen bestehen heute kaum noch und Paten gehen auch keine rechtlichen Verpflichtungen ein.

Bei einer kirchlichen Taufe oder Segnung bezeugen Gotti und Götti zusammen mit den Eltern, dass sie bereit sind, das Kind im Glauben zu unterstützen (siehe unten). Es ist besonders wertvoll, wenn Gotti und Götti Zeit für ihr Patenkind haben, sei es als Entlastung der Eltern oder einfach so. Hier plagt viele Patinnen und Paten das schlechte Gewissen. Sie hätten gerne mehr Zeit für ihr Gotti- / Götti-Kind. Vielleicht entlastet die Gewissheit: Viel braucht es nicht. Aber ab und zu ein Lebenszeichen, ein SMS, ein offenes Ohr … Ihr Gotti- / Götti-Kind wird’s freuen.

 

Mit Kindern glauben

Kinder haben einen anderen Glauben als Erwachsene. Beeindruckend, wie unvoreingenommen sie sind. Ihr Fragen kennt keine Schranken. Lass dich davon anstecken.

Glaube verändert sich ein Leben lang. Er wächst wie ein Baum in die Höhe und in die Breite, dem Licht entgegen. Er ist eine starke Kraft, die im Leben Halt und Zuversicht geben kann, denn glauben meint vor allem: vertrauen.

An der Taufe versprechen Gotti und Götti, ihr Patenkind im Glauben zu unterstützen. Staune zusammen mit deinem Gotti- bzw. Götti-Kind über die Schöpfung. Über eine Schnecke, die aus ihrem Haus kriecht und langsam ihre Fühler ausstreckt. Schmeckt Sand im Mund bitter oder salzig? Könnt ihr die Sterne am Nachthimmel zählen? Staunen und Glauben haben viel miteinander zu tun. Wer glaubt, hat das Staunen noch nicht verlernt, und wer staunt, ist ergriffen vom Reichtum des Lebens.

Unterstütze die Fragen und die Neugier deines Gotti- / Götti-Kindes. «Warum musste unsere Katze sterben? Wo wohnt Gott?» Ermuntere das Kind zu seinen eigenen Antworten. Und lass dich vom Nachfragen anstecken.

Kläre mit den Eltern des Kindes, wie du es im Glauben unterstützen kannst. Es ist eine Chance, auch im eigenen Glauben weiter zu wachsen. Als Kirche begleiten wir euch dabei.

(Text: Tobias Arni)